Going Circular 2026: Innovative Unternehmen zeigen den Weg in die Circular Economy
Bundesweiter Wettbewerb zeichnet wegweisende Lösungen für die Kreislaufwirtschaft aus
Wie sieht die Circular Economy von morgen aus? Antworten darauf lieferten die Gewinnerinnen und Gewinner des bundesweiten Wettbewerbs Going Circular, die am 9. Juli im Rahmen des Circular Economy Forums 2026 – Ideen. Innovationen. Impact. ausgezeichnet wurden. Bereits zum sechsten Mal würdigte der Wettbewerb Unternehmen, die mit innovativen Produkten, Technologien und Geschäftsmodellen den Wandel hin zu einer zirkulären Wirtschaftsweise aktiv gestalten.
Das Circular Economy Forum, veranstaltet von der IHK Köln gemeinsam mit :metabolon, dem VDI Köln und dem VDE Köln, bot mit rund 300 Teilnehmenden aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik den passenden Rahmen für die Preisverleihung. Die Veranstaltung machte deutlich, dass die Circular Economy längst in der Praxis angekommen ist: Innovative Projekte, fachlicher Austausch und neue Kooperationen zeigten eindrucksvoll, wie der Wandel hin zu geschlossenen Stoffkreisläufen bereits heute gestaltet wird.
Austausch, Forschung und Innovation
Der Veranstaltungstag begann mit Exkursionen, unter anderem zum Innovationsstandort :metabolon in Lindlar. Dort erhielten die Teilnehmenden Einblicke in aktuelle Forschungsarbeiten der TH Köln zu den Themen Pyrolyse, Wasserstoffgewinnung und Bauschuttaufbereitung. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Rest- und Abfallstoffe durch innovative Verfahren stofflich und energetisch genutzt werden können, um Stoffkreisläufe konsequent zu schließen.
Großes Interesse weckte auch die interaktive Ausstellung „linear wird zirkulär – Vom Wissen zum Handeln“, die anhand regionaler Praxisbeispiele zeigt, wie Unternehmen den Wandel zur Circular Economy bereits erfolgreich umsetzen und welche Chancen zirkuläre Wertschöpfungsketten bieten.
Am Nachmittag griffen Meteorologe Frank Böttcher und Wibke Brems MdL, Fraktionsvorsitzende der Grünen im nordrhein-westfälischen Landtag, die ökologischen und politischen Herausforderungen der Transformation auf. In mehreren Fachforen diskutierten Expertinnen und Experten gemeinsam mit den Teilnehmenden über innovative Geschäftsmodelle, technologische Entwicklungen und Wege hin zu zirkulären Wertschöpfungsketten. Ein gelungenes Praxisbeispiel für die Kraft regionaler Netzwerke war zudem die Vorstellung der :bergischen rohstoffschmiede, die Unternehmen zusammenbringt und die Entwicklung zirkulärer Lösungen aktiv unterstützt.
Die Preisträger 2026
Höhepunkt des Forums war die Preisverleihung des bundesweiten Wettbewerbs Going Circular. Die Finalistinnen und Finalisten präsentierten ihre Projekte in Live-Pitches und zeigten eindrucksvoll, wie vielfältig und praxisnah Circular Economy bereits heute umgesetzt wird.
Den ersten Platz belegte die Polycare Research Technology GmbH mit ihrem Projekt „Kreislauffähiges Bauen für den Hochbau aus zementfreiem Geopolymerbeton“. Das Unternehmen entwickelt kreislauffähige Bauteile und Bausysteme, die ressourcenschonendes Bauen ermöglichen. Bereits heute arbeitet Polycare gemeinsam mit der TH Köln an einem Forschungsprojekt im Technikum des Lehr- und Forschungszentrums :metabolon, in dem neue Baustoffe aus recycelten Materialien entwickelt und erprobt werden.
Der zweite Platz ging an die Detection-X GmbH aus Gummersbach. Ihre KI-gestützte Reifenklassifizierung ermöglicht es, Altreifen präzise zu analysieren und entsprechend ihrer Qualität einer Wiederverwendung oder einem hochwertigen Recycling zuzuführen. So bleiben wertvolle Rohstoffe deutlich länger im Kreislauf. Die Laudatorin Monika Lichtinghagen-Wirths freute sich darüber, dass sie somit ein innovatives Unternehmen aus dem Oberbergischen Kreis auszeichnen durfte, welches die Grundsätze von :metabolon höchst sinnvoll in die Praxis umsetzt.
Über den dritten Platz freute sich die Bio-Circle Surface Technology GmbH. Mit ihren zirkulären Reinigungslösungen trägt das Unternehmen dazu bei, Einwegprodukte sowie lösemittelbasierte Reinigungsprozesse zu reduzieren und Ressourcen einzusparen.
Den Publikumspreis erhielt die Bayer AG für ihr Projekt „Hochbarriere-Monoblister“. Die Verpackungslösung zeigt, wie sich auch im Pharmabereich Kreislauffähigkeit und hohe Produktanforderungen miteinander verbinden lassen.
Gemeinsam die Circular Economy gestalten
Die ausgezeichneten Projekte zeigen, dass Circular Economy längst keine Zukunftsvision mehr ist. Mit Innovationskraft, technischem Know-how und unternehmerischem Engagement entstehen bereits heute Lösungen, die Ressourcen schonen, Stoffkreisläufe schließen und neue Maßstäbe für nachhaltiges Wirtschaften setzen.
Gleichzeitig machte das Circular Economy Forum deutlich, dass die Transformation nur gemeinsam gelingen kann. Der intensive Austausch zwischen Unternehmen, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft schafft neue Partnerschaften, bringt innovative Ideen zusammen und beschleunigt den Wandel hin zu einer ressourcenschonenden und zukunftsfähigen Wirtschaftsweise. Going Circular setzt damit auch im sechsten Wettbewerbsjahr ein starkes Zeichen für Innovation, Vernetzung und gelebte Circular Economy.