Circular Week 2026: Kreislaufwirtschaft erleben, verstehen und gemeinsam gestalten
BAV und :metabolon beteiligten sich mit Online-Konferenz, Exkursion, Kinderprogramm und erfolgreichem Reparatur-Weltrekord an internationaler Aktionswoche
Vom 26. bis 31. Oktober 2026 stand die Circular Week ganz im Zeichen der Kreislaufwirtschaft. Auch der Bergische Abfallwirtschaftsverband (BAV) und der Innovationsstandort :metabolon beteiligten sich mit einem vielseitigen Programm. Fachlicher Austausch, Einblicke in Forschung und Praxis sowie Angebote für Kinder zeigten, wie Kreislaufwirtschaft auf unterschiedlichen Ebenen gestaltet und erlebbar gemacht werden kann. Ein besonderer Erfolg war der gemeinsame Reparatur-Weltrekord in Nordrhein-Westfalen.
Bereits am 27. Oktober beteiligte sich der BAV an der internationalen Online-Konferenz mit mehreren Fachbeiträgen. Geschäftsführerin Monika Lichtinghagen-Wirths brachte ihre Perspektive in die Session „Auf dem Weg zur Kreislaufgesellschaft: Welche Infrastrukturen und Orte wir jetzt schaffen müssen“ ein. Dr. Robin Dietsch, Forschungskoordinator des BAV, beteiligte sich an einer Diskussion über Resilienz, Wiederaufbau und Kreislaufwirtschaft am Beispiel der Ukraine. Julia König war beim Thementisch „Zirkuläres Bauen NRW“ vertreten. Im Mittelpunkt standen der fachliche Austausch und die Frage, wie sich zirkuläre Ansätze in der Praxis weiterentwickeln lassen.
Kreislaufwirtschaft vor Ort erleben
Am 28. Oktober lud der BAV unter dem Titel „Von der Deponie zum Innovationsstandort – Kreislaufwirtschaft an der Schnittstelle zwischen Forschung und Wissenstransfer“ zu einer Exkursion auf :metabolon ein. Sechs Teilnehmende erhielten dabei einen umfassenden Einblick in die Entwicklung und die vielfältigen Aktivitäten des Standorts.
Nach einem Überblick über die Entwicklung der ehemaligen Deponie Leppe zu einem Forschungs-, Bildungs- und Erlebnisort stellte die Abfallberatung des BAV ihre Arbeit sowie aktuelle Aktionen und Kampagnen vor.
Bei der anschließenden Führung über das Gelände besichtigten die Teilnehmenden die Demonstrationshäuser, in denen innovative Ansätze für ressourcenschonendes Bauen vorgestellt werden. Auch der Außerschulische Lernort war Teil des Rundgangs. In den Forschungshallen 2 und 4 gab die TH Köln Einblicke in ihre Forschungsaktivitäten. Eine Führung durch die Rostaschenaufbereitungsanlage zeigte zudem, wie Wertstoffe aus Verbrennungsrückständen zurückgewonnen werden können.
Nach dem Aufstieg auf den Deponiekegel und einem weiten Blick über das Bergische Land bildete die Ausstellung „linear wird zirkulär – vom Wissen zum Handeln“ den Abschluss der Exkursion.
Die Teilnehmenden zeigten großes Interesse, stellten zahlreiche Fragen und nutzten die Gelegenheit zum intensiven Austausch. Die Exkursion verdeutlichte, wie auf :metabolon Forschung, praktische Anwendung und Wissenstransfer miteinander verbunden werden.
Kreislaufwirtschaft auch für Kinder erlebbar machen
Auch die jüngere Generation wurde während der Circular Week mitgedacht. Am 27. und 29. Oktober bot der Außerschulische Lernort ein besonderes Programm rund um Stoffkreisläufe und zirkuläre Wertschöpfung für Kinder von acht bis zwölf Jahren an.
Im Schülerlabor und in der Ausstellung „linear wird zirkulär – vom Wissen zum Handeln“ wurden die Themen anschaulich und altersgerecht vermittelt. Ein Highlight waren die 3D-Drucker, mit denen die Kinder eigene kleine Exponate herstellen und als Andenken mit nach Hause nehmen konnten.
Gemeinsam zum Weltrekord: 3.451 erfolgreiche Reparaturen
Ein besonderer Höhepunkt der Circular Week war der erfolgreiche Reparatur-Weltrekordversuch in Nordrhein-Westfalen. Den gesamten Oktober über waren Repair-Cafés, Werkstätten und Privatpersonen dazu aufgerufen, defekte Gegenstände zu reparieren und ihre erfolgreichen Reparaturen zu dokumentieren.
Auch 21 Repair-Cafés aus dem Oberbergischen Kreis und dem Rheinisch-Bergischen Kreis beteiligten sich an der gemeinsamen Initiative.
Beim großen Finale am 31. Oktober, dem „Repair & Share Festival“ in Wuppertal, stand schließlich fest: Der bisherige Weltrekord von 3.177 Reparaturen wurde übertroffen. Insgesamt 3.451 erfolgreiche Reparaturen wurden im Oktober dokumentiert.
Der Erfolg zeigt, wie viel durch gemeinsames Engagement erreicht werden kann. Zugleich setzt die Aktion ein Zeichen für Abfallvermeidung, Ressourcenschonung und die Bedeutung des Reparierens als Alternative zum Neukauf.
Mit seinem vielseitigen Programm beteiligte sich der BAV an der Circular Week 2026 und machte deutlich, wie eng Forschung, Bildung, praktische Anwendung und gesellschaftliches Engagement miteinander verbunden sind. Ob beim fachlichen Austausch, beim Blick hinter die Kulissen von :metabolon, beim Experimentieren oder beim gemeinsamen Reparieren: Die Aktionswoche zeigte, dass Kreislaufwirtschaft vom Mitmachen und von der Zusammenarbeit lebt.