:metabolon – Von der Deponie zum Innovationsstandort
22 | Architektur und Gestaltung stand ein Ideenworkshop. Eine Woche haben Studenten der RWTH Aachen, der Hochschule Bochum und der Akademie der bildenden Künste Wien auf der Deponie gearbeitet. 2 Dazu gehörte ebenso die fachliche Begleitung durch den BAV, um die techni- schen Rahmenbedingungen nicht aus dem Blick zu verlieren. Das Memorandum verfolgt eine Strategie der Öffnung auf meh- reren Ebenen. Die Deponie soll einen Rundweg mit Stationen erhalten mit Einblicken an für das Verständnis wichtigen Orten. Dieser wird in das Wegenetz der Tourismusregion des Bergischen Landes eingebunden. Der Eingangsbereich, der zuvor auf dem Empfang von Müllfahr- zeugen ausgerichtet war, be- kommt jetzt auch die Funktion, Besucher aller Art willkommen zu heißen. Schulklassen, Hoch- schulangehörige, Wanderer und Anwohner aus der Umgebung mischen sich und können gleich- zeitig im Bistro einen Kaffee mit Blick auf den Deponiekegel trinken. An diesem Ort trennt sich das Erschließungssystem des Betriebs von dem der Besu- cher. Öffentlich zugänglich ist die Deponiespitze mit einem Panora- mablick über das Bergische Land. Den Besuchern bietet sich auf den internen Wegen immer wieder der Einblick in die aktive Deponierung, ohne dass sie direkt den Gefahren der Maschinen und rangieren- den Fahrzeuge ausgesetzt sind. Lehrbuchartig entblättert sich die Funktionsweise einer zeitgemä- ßen Abfallwirtschaft. Auch das Gewerbegebiet ist vom Hochpunkt der Deponie zu sehen und zeigt die aktuellsten Entwicklungen der Technik. Zu den räumlichen Veränderungen kommt eine neue Kommunikationsstrategie, die proaktiv die Öffentlichkeit mit einbezieht. Um die Deponie greifbarer zu machen, findet eine Bandbreite von Veranstaltungen vom Tag der offenen Tür bis zu Crossgolf und Mountainbike-Tur- nieren hier statt. Der Zuspruch zu diesen Terminen zeigt, dass auch ein so ungewöhnlicher Ort erfolg- reich gewandelt und zugänglich gemacht werden kann. Die Deponie wandelt sich von einem reinen Ort der Materi- alendlagerung zu einem kom- plexen Standort mit Arbeits-, Forschungs-, Lern- und Erho- lungsfunktion. Damit wird ein Unort wieder in die Gesellschaft einbezogen und gleichzeitig diversifiziert und wirtschaftlich unabhängiger gemacht. Durch die Zugänglichkeit für die Öffentlich- Studentische Entwürfe. Quelle: Studie- rende der RWTH Aachen, der Hoch- schule Bochum und der Akademie für Bildende Künste Wien Sonnenuntergang auf der Deponie Bild: Studierende der RWTH Aachen
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