Projekt ERA 3 II

Mikroalgen bieten großes Potenzial, um nachhaltige Lösungen für Umweltprobleme zu entwickeln: Sie können Schadstoffe aus Abwässern aufnehmen, Kohlenstoffdioxid (CO2) binden und als Energieträger fungieren.

Im Rahmen der zweiten Phase des Vorhabens ERA³ wird auf :metabolon untersucht, unter welchen Bedingungen Deponiesickerwasser mit Hilfe von Mikroalgen gereinigt werden kann. Hierfür wurde eine Pilotanlage in Betrieb genommen.

Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es 428 Deponien, auf denen jährlich etwa 6 Mio m³ Deponiesickerwasser anfallen. Dabei handelt es sich um Niederschlag, der durch die Deponie sickert und dabei große Mengen an umweltschädlichen Stoffen wie Ammonium aufnehmen kann. Da ein Großteil des Sickerwassers in kommunale Kläranlagen geleitet wird, muss es zuvor - je nach Belastung - unter hohem Ressourcen- und Energieaufwand aufbereitet werden.

Um diesen Prozess nachhaltiger zu gestalten, wird im Projekt ERA³ die Kultivierung von Mikroalgen erforscht, die wesentliche abwasserrelevante Inhaltsstoffe aufnehmen und in ihrer Biomasse speichern können. Ein großer Vorteil der Mikroalgen ist, dass sie durch Photosynthese angetrieben werden und die Aufbereitung dadurch besonders energieeffizient ist. Zudem wird durch das Wachstum der Kulturen CO2 in der Algenbiomasse gespeichert und gleichzeitig Sauerstoff produziert, was die Wasserqualität verbessert. Somit können die Organismen nicht zuletzt auch als Energieträger genutzt werden.

Die Kultivierung der Mikroalgen erfolgt in einem Biofilm, um eine gute Lichtverfügbarkeit in dem stark gefärbten und mit Trübstoffen belasteten Deponiesickerwasser zu ermöglichen. Die im Biofilm siedelnden Mikroorganismen reduzieren die im Wasser vorhandenen Nährstoffe und ermöglichen somit eine Vorreinigung der Abwässer aus der Abfallwirtschaft, insbesondere von Deponiesickerwasser.

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