:metabolon – Von der Deponie zum Innovationsstandort
Rechtliche Grundlagen | 67 Verständigung über das zu schaf- fende Planungsrecht oberhalb der zur Ablagerung genutzten Flächen der Öffentlichkeit mitteilen. Parallele Entwicklung der Fach- und Bauleitplanung Nach übereinstimmender Fest- stellung der planungsrechtlichen Grundlagen für Folgenutzungen auf der ZDL durch sämtliche be- teiligte Behörden wurde durch die Oberbergische Aufbau GmbH eine Raumverträglichkeitsstudie zur geplanten Nutzungsänderung des Gebietsentwicklungsplans/Regi- onalplans für den Regierungsbe- zirk Köln im Bereich der ZDL der Gemeinde Lindlar erstellt. Darüber hinaus wurde zwischen BAV und der Gemeinde Lindlar gleichzeitig die Änderung des Flächennutzungsplans im Bereich der Zentraldeponie Leppe sowie die Aufstellung eines vorhabenbe- zogenen Bebauungsplans und des dazu gehörenden Durchführungs- vertrags vorbereitet. Dabei galt es, die im üblichen Bauleitplanverfah- ren beteiligten Träger öffentlicher Belange sowie davon betroffene Bürger mit deren Anregungen und Bedenken zu berücksichtigen. Für die endgültige Gestaltung des Vorhabens, insbesondere zur Her- stellung des für Folgenutzungen geeigneten Plateaus einerseits und der Verteilung des Deponats andererseits wurde ein städtebau- licher Wettbewerb ausgeschrie- ben. Schließlich wurde auf der Grund- lage des preisgekrönten Entwurfs noch eine Änderung der Ober- flächengestaltung der Deponie durchgeführt. Die Änderung der Oberflächengestalt der Deponie in einem Teilbereich in Form eines Kegels, der infolge Folienabde- ckung für eine Übergangszeit äußerlich schwarz erscheinen würde, hatte die Gründung einer Bürgerinitiative „Schwarzer Müll- berg“ nach sich gezogen. Die von dieser Seite vorgetragenen Ein- wände betrafen im Wesentlichen angebliche Beeinträchtigungen durch die geänderte Oberflächen- gestaltung der Deponie im Kegel- bereich. Mit Änderungsbescheid der Bezirksregierung Köln vom 18.06.2009 und dem dazu ange- ordneten Sofortvollzug konnte trotz fortbestehender Einwen- dungen mit der Umsetzung des Projektes :metabolon begonnen werden. Mit dem Projekt :metabolon ist in vorbildlicher Weise ein Teil der Abfalltechnik durch Ablagerung von Abfällen auf Deponien „be- greifbar“ gemacht worden, indem das in der Regel für die Öffentlich- keit nicht zugängliche Deponiege- lände sozusagen zur permanenten Ausstellung der Mineralisation von Abfällen durch Kaltoxidation gemacht wurde und zugleich mit der Möglichkeit verknüpft wurde, (hoch-)schulische Einrichtungen an dem Projekt zu beteiligen. Die- ses Experiment, so kann aus der Retrospektive geurteilt werden, hat inzwischen erheblichen Zulauf und ausreichend Nachahmer gefunden.
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