294 Konzeption Gespeist durch die Erfahrungen aus dem Vorgängerprojekt :metabolon wurde eine Forschungsstrategie entwickelt, in der Forschung und Transfer so miteinander verzahnt werden, dass Wissen im Austausch mit regionalen Akteuren generiert wird. Diese projekteigene Methodik zusammen mit der auf zirkuläre Wertschöpfung ausgerichtete inhaltliche Struktur sowie eine daraus abgeleitete an den Projektstandort angepasste räumliche Programmatik sind wesentlich für die Arbeit der Bergischen Ressourcenschmiede. 1. Methodik 1.1. Interdisziplinarität Dem Gesamt- wie auch dem Pilotvorhaben liegt der ganzheitliche, integrierte Ansatz einer fünffachen Helix zugrunde. Diese definiert auf fünf unterschiedlichen Ebenen Handlungsstrategien und verknüpft sie miteinander: die Entwicklung neuer Technologien (technologische Machbarkeit), die Sicherstellung der wirtschaftlichen Relevanz und Tragfähigkeit potentieller Projektansätze (ökonomische Wirksamkeit), die Berücksichtigung ökologischer Auswirkungen und der Nachhaltigkeit neuer Strategien und Produkte mit Blick auf deren gesamten Lebenszyklus (ökologische Wirksamkeit), die konstruktive Auseinandersetzung mit geltenden genehmigungs- und förderrechtlichen Rahmenbedingungen (administrativer Rahmen) sowie das Schaffen eines neuen gesellschaftlichen Bewusstseins und Initiierung verantwortlichen Handelns im Umgang mit Ressourcen (gesellschaftliche Akzeptanz). 1.2.Transdisziplinarität Ein zweiter methodischer Ansatz orientiert sich an einer transdisziplinären Arbeitsweise. Das bedeutet, dass im Zuge der Projektentwicklung nicht nur mit Wissenschaftlern sondern ganz bewusst auch mit nicht wissenschaftlichen, gesellschaftlichen Akteuren, als Träger praktischen und regionalen Wissens, aktiv und mit definierten Rollen zusammengearbeitet wird (Stakeholdereinbindung). Durch die Einbindung von Unternehmen, Nutzergruppen, Verbrauchern und weiteren gesellschaftlichen Akteuren soll der Anwendungsbezug der Forschungsvorhaben und deren Transfer zusätzlich gestärkt werden. Durch die prozessbegleitende Beteiligungsorientierung von der Definition der Fragestellungen über die Generierung neuen Wissens bis hin zu dessen Anwendung in der Praxis mit entsprechender Evaluation, werden die im Rahmen des transdisziplinären Projektes beteiligten Akteure befähigt, in komplexen inter- und transdisziplinären, lösungsorientierten Projekten zu forschen und sie zu managen. 2. Inhaltliche Erweiterung Inhaltlich beschäftigt sich der Pilot mit der Nutzbarmachung von Reststoffen bzw. bestimmter Bestandteile dieser Stoffe. Als neue Reststoffgruppen, gegenüber den in :metabolon betrachteten Reststoffen, wird der Fokus auf mineralische Reststoffe (Baustellenabfälle) und Kunst- und Verbundstoffe gelegt. Für diese Fraktionen wird ein ganzheitlicher Untersuchungsansatz zugrunde gelegt, bei dem die technische Aufbereitung und Nutzbarmachung im Vordergrund steht, der aber auch ökonomische, ökologische, administrative und soziologische Aspekte mit berücksichtigt. 3. Räumliche Erweiterung Ein erstes Raumprogramm sieht Räumlichkeiten für Forschung und Transfer vor. Für die Forschungsarbeiten an und mit der neu zu installierenden Anlagentechnik ist eine Forschungshalle vorgesehen. Zur Demonstration innovativer Baumaterialien und –techniken werden zwei Demonstrationshäuser errichtet. Darüber hinaus ist ein Transfergebäude vorgesehen, welches Büros für die Projektmitarbeiter aus Forschung und Transfer vorsieht, eine Anlauf- und Informationsstelle für interessierte Besucher bietet sowie eine Ausstellungsfläche für im Projekt erworbene Ergebnisse bietet. Auch ein Veranstaltungsraum ist in dem Gebäude vorgesehen.
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