25 Das Problem mit den Wegwerfprodukten Die Umsetzung der zirkulären Wertschöpfung scheitert oft schon im ersten Schritt, nämlich wenn das Produktdesign und die Herstellung die einzelnen Rohstoffe in vielen kleinen Elementen und Verbundstoffen verschwinden lassen. Das Problem: Diese lassen sich nach der Nutzung nicht oder nur unter sehr hohem Energieaufwand in den Kreislauf zurückführen, da die einzelnen Stoffe nicht mehr voneinander getrennt werden können oder nicht mehr zu identifizieren sind. So bleibt nur die thermische Verwertung im Müllheizkraftwerk – und zwar auch dann, wenn eigentlich recycelbare Rohstoffe eingesetzt wurden. Die Design- und Herstellungsphase ist deshalb für den Übergang zur zirkulären Wertschöpfung entscheidend. Das Design eines Produkts spielt übrigens nicht nur eine wichtige Rolle für dessen spätere Verwertung. Umweltfreundliches Design heißt auch, möglichst viele Stoffe und möglichst viel Energie aus dem Kreislauf zu nutzen – zum Beispiel, indem Reststoffe oder die Abwärme aus anderen Produktionsschritten verwendet werden. Hier wird auch schon über viele Umweltbelastungen entschieden, die das Produkt über die gesamte Nutzung verursacht. Heute werden viele Artikel als Wegwerfprodukte konzipiert und hergestellt, haben Sollbruchstellen (geplante Obsoleszenz), sind nur für den Einmalgebrauch geeignet und ihre Recyclingfähigkeit wird nicht bedacht. Auch die Verwendung von knappen Ressourcen und damit verbundene, negative ökologische und soziale Folgen in den Herkunftsländern sind keine Seltenheit. Design und Herstellung als Schlüssel Zirkuläre Wertschöpfung bedeutet vor allem Ressourcen und Energie im Kreislauf zu führen, beispielsweise für die Herstellung neuer Produkte. Waren oder Gebäude werden dabei so konzipiert, dass sie sich nach ihrer möglichst langen Nutzung zurückgewinnen, demontieren und wiederaufbereiten lassen bzw. dass sich die darin enthaltenen Rohstoffe recyceln und für neue Produkte nutzen lassen. Entsprechend berücksichtigen Design und Herstellung eines zirkulären Produkts Aspekte wie Langlebigkeit, Wiederaufbereitung, Reparierbarkeit und Abfallvermeidung. Ein Beispiel für zirkuläres Design ist die Verwendung leicht austauschbarer Akkus in Elektronikgeräten. Im zirkulären Designprozess werden Roh- und Werkstoffe eines Produkts so ausgewählt, dass sie entweder im Kreislauf geführt werden können oder biologisch abbaubar sind. Alle verarbeiteten Materialien müssen auch nach Verwendung des Produkts eindeutig identifiziert und getrennt werden können, um sie wieder dem Kreislauf zuzuführen. Hier hilft die eindeutige Kennzeichnung der verwendeten Werkstoffe im Herstellungsprozess eines Produkts mit dem Ziel einer fachgerechten Entsorgung. Im Recyclingprozess nicht trennbare Ver-
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