:metabolon – Von der Deponie zum Innovationsstandort

Architektur und Gestaltung | 15 Wie nähert man sich einer Müll- deponie? Wie wird ein an sich unwirklicher Ort für eine breite Bevölkerungsschicht interessant? Wie gelingt es Menschen für Müll zu interessieren? Eine Müllde- ponie recyceln? Viele Fragen auf die wir am Anfang auch keine Antworten hatten, bis wir uns einfach mit dem Thema Müll näher beschäftigt und tagelang recherchiert haben. Am Ende dieser Phase des „Entdeckens“ war für uns klar, dass wir diese Mülldeponie nicht mit dem von der Bevölkerung gewünschten grünen „Leichentuch“, einer zwei Meter mächtigen Erdüberdeckung mit anschließender Raseneinsaat, vorsehen, sondern vielmehr einen einzigartigen Ort entwickeln, der sich dem Thema Müll einmal ganz anders nähert, der nachhaltig ist und zum Nachdenken anregt. Wie macht man das? Das geht einfach gesagt nur mit Spaß und Freude bei den Besuchern! Dabei wird ein Abfallprodukt unserer kurz- sichtigen Handlungsweise zum Zentrum des neuen Denkens. Aus einstigen Abfallprodukten unse- res Lebens entsteht eine Deponie des Nachdenkens und Handelns. Einprägsame Bilder des Metabo- lismus zeigen dieses Gelände als zukünftigen Prozess. Veränderung ist Teil unseres Konzeptes. Die Veränderung liegt dem Konzept der Sukzession zugrunde. Von der Deponiespitze bis zum Tal werden verschiedene Stadien der Sukzes- sion erlebbar gemacht. Weiterhin werden zwei Stoffkreisläufe ge- zeigt, erklärt und inszeniert. Der natürliche Kreislauf, am Kegelfuß angegliedert, erklärt den stetigen, natürlichen Kreislauf des Lebens. Die Recyclingachse, dieser durch den Menschen geprägte Kreislauf wiederum, wird auf dem Weg vom neuen Multifunktionszentrum bis zur Deponiespitze als lineares Element anschaulich verdeutlicht. :metabolon - vom Plan zur Wirklichkeit Prof. Dipl.-Ing. Thomas Fenner Hochschule Düsseldorf Fachgebiet: Freiraum und Landschaft, Frei- und Stadtraum

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