linear wird zirkulär – Zukunft Kreislaufwirtschaft

34 Wertschöpfung ohne Abfall Die stoffliche, energetische oder sonstige Verwertung von Abfällen bedeutet für Abfallwirtschaftsunternehmen marktwirtschaftliche Möglichkeiten mit unterschiedlichen Perspektiven. Grundsätzlich gilt: Je besser die Abfälle nach einzelnen Bestandteilen getrennt sind, desto besser lassen sich die Abfallfraktionen wieder in den Wertschöpfungskreislauf zurückführen und so vermarkten. Die mechanische Aufbereitung ist der erste Prozessschritt für das Recycling von Abfällen im Sinne der zirkulären Wertschöpfung. Dabei werden biogene Reststoffe von anderen Abfallfraktionen getrennt. Sie können vergärt und als Biomasse zur Energieerzeugung verwendet werden. Auch der kommunal gesammelte Sperrmüll und richtig getrennte gewerbliche Abfallgemische können gut verarbeitet werden. In der Rohstoffrückgewinnungsanlage Bockenberg gewinnt die AVEA GmbH & Co. KG aus ihnen verwertbare Materialien wie Holz, Metall, Kunststoffe, Papier und mineralische Stoffe. Diese führen wir separiert in die Stoffkreisläufe zurück und können somit die Ressource Abfall für diese Fraktionen bestmöglich nutzen. Auch Bioabfälle lassen sich durch Vergärung und Kompostierung effizient weiterverarbeiten. In unserer Vergärungs- und Kompostierungsanlage werden neben Kompost auch Flüssigdünger hergestellt. Das im Vergärungsprozess entstehende Biogas fangen wir auf und erzeugen damit in Blockheizkraftwerken Strom und Wärme. Diese mehrstufige Verwertung wird als Kaskadennutzung bezeichnet und bietet deutliche ökonomische und ökologische Vorteile gegenüber einer „einfachen“ Verwertung ausschließlich durch Kompostierung. Um den Wirkungsgrad der Vergärungs- und Kompostierungsanlage weiter zu erhöhen, planen wir, das Blockheizkraftwerk 3 zu modernisieren. Grünabfälle, also zum Beispiel Grünschnitt oder andere Garten- und Parkabfälle, verarbeiten wir je nach Zusammensetzung: Aus den holzigen Anteilen entsteht klimaneutraler Brennstoff, der krautige Teil geht in die Kompostierung. Die nicht wiederverwendbaren Restabfälle aus der Region werden im Müllheizkraftwerk Leverkusen thermisch verwertet. Die dabei freigesetzte Energie wird in Strom und Fernwärme umgewandelt. Die zurückbleibende Rostasche wird unter anderem durch die refer GmbH, an der die AVEA GmbH & Co. KG beteiligt ist, in hochspezialisierten Anlagen aufbereitet. Dabei gewinnen wir nicht nur wertvolle Metallanteile zurück, sondern minimieren auch den Deponiebedarf. Papier-, Papp- und Kartonage-Abfälle sammeln wir ebenfalls sortenrein und vermarkten sie an die Papierindustrie weiter, die daraus Recyclingpapier herstellt. Auch Altpapier ist somit eine wertvolle Ressource, die wir in den Stoffkreislauf zurückführen.

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