Förderbewilligung erteilt: Projekt "WärmeEngel" startet im Oberbergischen Kreis

Der Projektstart ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen

Oberbergischer Kreis. Überschüssige Wärme sinnvoll nutzen und das Klima schützen: das ist
das Prinzip des „WärmeEngels“. Ziel des Projekts ist es, die Abwärme aus den mit Deponieund
Biogas betriebenen Blockheizkraftwerken am Entsorgungszentrum Leppe in Lindlar nutzbar
zu machen und mit Hilfe eines innovativen Speichersystems zu transportieren. Dieses soll zur
Beheizung des Berufskollegs Dieringhausen in Gummersbach eingesetzt werden, mit dem Ziel, die
CO2-Emissionen öffentlicher Gebäude zu reduzieren.

Das Projekt findet im Rahmen der REGIONALE 2025 Bergisches RheinLand im Förderaufruf
„Das Beste aus beiden Welten – klimagerechte, urbane Energielösungen“ statt und trägt dazu bei,
Energielösungen für den ländlichen Raum praktisch umzusetzen.

Das Projekt WärmeEngel ist ein gemeinsames Vorhaben des Oberbergischen Kreises, des
Bergischen Abfallwirtschaftsverbands (BAV) und der TH Köln. Rund 1,5 Millionen Euro umfasst
das Projekt. Nach erfolgreicher Antragstellung wurde hierfür ein Zuwendungsbescheid aus dem
Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) erteilt. Die Förderung beträgt 80% und wird
von der Europäischen Union sowie dem Land Nordrhein-Westfalen bereitgestellt.

WärmeEngel funktioniert nach dem Prinzip von Taschenwärmern: Wärme wird in mobilen
Latentwärmespeichern aufgenommen, per LKW transportiert und vor Ort in die Heizsysteme
eingespeist. Im Rahmen des Demonstrationsprojekts soll das Berufskolleg Dieringhausen dann
größtenteils mit grüner Wärme versorgt werden. Mit einem jährlichen Wärmebedarf von 910.000
kWh gehört es zu den größten öffentlichen Wärmeverbrauchern im Oberbergischen Kreis. Das
Berufskolleg liegt rund 16 Kilometer vom Entsorgungszentrum Leppe entfernt.

„Jetzt, da die Förderung steht, können wir den WärmeEngel offiziell starten. Unser Ziel ist klar: wir
wollen zeigen, wie mobile Energielösungen im ländlichen Raum funktionieren und gleichzeitig den
CO2-Ausstoß öffentlicher Gebäude deutlich senken.“, sagt Frank Herhaus, Dezernent für Planung,
Regionalentwicklung und Umwelt des Oberbergischen Kreises.

Der Bergische Abfallwirtschaftsverband übernimmt die Bereitstellung der Abwärme, die
Beladung der mobilen Speicher am Entsorgungszentrum Leppe sowie die komplette Logistik des
Wärmetransports. „Die Förderzusage bestätigt: Unsere überschüssige Abwärme kann jetzt gezielt
genutzt werden. Wir bringen Energie genau dorthin, wo Sie gebraucht wird. Ein wichtiger Beitrag
für die regionale Energiewende“, sagt Elena Eßer vom BAV.

Die TH Köln ist für die Entwicklung der Mess- und Bewertungskonzepte verantwortlich. Dazu
zählen die Implementierung der Messtechnik an Wärmequelle und -senke, die Datenauswertung
sowie die anschließende energetische Gesamtbewertung des Systems. „Mit der Bewilligung 

können wir nun zeigen, dass klimaneutrale Wärme auch ohne klassische Wärmenetzte
bereitgestellt werden kann – ein innovatives Modell für ländliche Regionen“, so Prof. Dr. Thorsten
Schneiders von der TH Köln.

Nach erfolgter Förderbewilligung wird aktuell ein Ingenieurbüro beauftragt, um die notwendigen
baulichen Maßnahmen zu planen und umzusetzen. Der offizielle Projektstart ist der 01. März 2026,
die baulichen Maßnahmen am Entsorgungszentrum Leppe und am Berufskolleg Dieringhausen
sollen bis Mitte nächsten Jahres realisiert werden. Damit kann der WärmeEngel als mobiles
Wärmetransportsystem nun offiziell ins Rollen kommen.