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Abfall - Ressource der Zukunft

Voraussetzung dafür: gute Trennung – Was wirklich wo hinein gehört!

Mülltrennung-wirkt.de

Allgemeine Information

Seit Beginn der 1990er Jahre besteht für Industrie und Handel die gesetzliche Pflicht, Haushaltsverpackungen auf eigene Rechnung zu sammeln und zu verwerten. Die Sammlung, Sortierung und Verwertung der Verkaufsverpackungen wird bundesweit mittels eines privatrechtlich organisierten und eigenständig finanzierten Entsorgungssystems (Duale Systeme) durchgeführt. Das bedeutet, Sie bezahlen beim Kauf einer Verpackung (z.B. Joghurtbecher) bereits deren Entsorgung.

Zu Beginn vor allem bekannt als „Grüner Punkt“, sind mittlerweile neun privatrechtliche Duale Systeme (Stand Dez. 2019) tätig. Diese beauftragen Entsorgungsunternehmen mit der Sammlung und Verwertung der Verpackungsabfälle. Die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger, das sind die Städte, Gemeinden, Kreise und Verbände wie bspw. der Bergische Abfallwirtschaftsverband sind somit für die Entsorgung der Verpackungsabfälle nicht zuständig.

Die Sammlung der Verpackungsabfälle erfolgt separat nach der Art des Verpackungsmaterials. Verkaufsverpackungen aus Leichtstoffen wie Kunststoff, Metall und Verbundmaterial gehören zusammen in die Gelben Säcke bzw. die Gelben Tonnen. Deren Abfuhrtermine sind zur besseren Übersicht für die Bürgerinnen und Bürger mit in den Abfallkalendern der Städte und Gemeinden aufgeführt. Zu den Entsorgungskommunen des BAV gelangen Sie hier.

Für Einwegglas wie z. B. Konservengläser und Flaschen stehen Depotcontainer zur getrennten Sammlung nach den Glasfarben zur Verfügung. Verpackungen aus Papier und Kartonagen werden in den Altpapiertonnen der Städte und Gemeinden gemeinsam mit Druckerzeugnissen wie Tageszeitungen, Zeitschriften, Werbeblättern, etc. gesammelt. Zudem werden unter anderem auch Gelbe Säcke sowie Altpapier und Kartonagen an den BAV-Wertstoffhöfen angenommen. Die Dualen Systeme tragen anteilige Kosten für den Verpackungsanteil.

Was gehört z.B. in den Gelben Sack/die Gelbe Tonne?

Was gehört rein

So trennst du richtig - Gelber Sack

Was gehört z.B. NICHT in den Gelben Sack/die Gelbe Tonne?

Sortierhinweise

Warum soll ich meinen Müll trennen?

Die Mülltrennung ist im Kreislaufwirtschaftsgesetz vorgeschrieben. Die getrennte Sammlung und Verwertung der Verpackungsabfälle trägt ihren Teil dazu bei, dass Wertstoffe genutzt und Co2 eingespart wird.

Es gibt noch weitere Gründe auf eine gute Mülltrennung zu achten: In der Gelben Tonne landet viel zu oft Müll, der dort gar nicht hingehört: Laut Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE) liegt die Quote der sogenannten Fehlwürfe zwischen 40 und 60 Prozent. Für alle Beteiligten bedeutet dies unnötigen Ärger und vermeidbaren Mehraufwand.

  1. Bei der Verwertung muss mehr Zeit und Geld investiert werden, um die Materialien zu sortieren bevor sie weiterverarbeitet werden können.
  2. Für die Haushalte kann das bedeuten, dass die Säcke/Tonnen nicht entsorgt werden und nachsortiert werden müssen.
  3. Für die Umwelt bedeutet das, dass wertvolle Wertstoffe nicht wiederverwendet werden können, sondern neue Ressourcen verbraucht werden müssen.

Hintergründe zu den Verpackungsabfällen

Immer mehr Produkte werden einzeln verpackt und der Onlinehandel boomt. Dies führt zu einem stetigen Wachstum des Verpackungsabfalls.

Bereits seit den 1960er Jahren wird die Sammlung des Abfalls in Deutschland organisiert. Und seit den 1990er Jahren wird in Deutschland getrennt gesammelt: Trennung von Papier, Bioabfall, Glas und Verpackungen wurden trotz erster Widerstände und Kritik schnell zum Standard und nahezu jeder Haushalt besitzt Abfallbehälter in verschiedenen Farben. Während die Sammlung und das Recycling von Druckerzeugnissen aus Papier und Pappe, Bioabfällen oder auch Elektroaltgeräten von öffentlicher Hand organisiert wird, sind die Dualen Systeme für Verpackungen und somit die Gelben Tonnen/ Gelben Säcke  und Glascontainer zuständig.

Da das Duale System als zweites Entsorgungssystem zum bestehenden öffentlich-rechtlichen Abfallentsorgungssystem für Papier, Restmüll, etc. entstand, heißt es „dual“. Untenstehende Grafik gibt einen Überblick über die Aufgaben und Organisation der Dualen Systeme.

 

Verpackungsabfälle im BAV-Verbandsgebiet

  • Die Sammlung, Sortierung und Verwertung der Verkaufsverpackungen wird auch im Verbandsgebiet mittels des privatrechtlich organisierten und eigenständig finanzierten Dualen Systems durchgeführt.
  • Finanziert wird die Sammlung der Verpackungen über Lizenzentgelte, die die Hersteller und Vertreiber für jede Verpackung an den Systembetreiber entrichten.

Plastikmüll, Mikroplastik und das Meer

Mikroplastik bezeichnet Teilchen die weniger als fünf Millimeter groß sind und die sich mittlerweile im Essen, Trinkwasser, der Luft und im Meer nachweisen lassen. So nimmt auch der Mensch ohne es zu merken täglich Mikroplastik auf – über Salz, Bier, Fisch oder Schalentiere. Laut einer Studie der Universität Newcastle in Australien gelangen pro Woche, abhängig von den Lebensumständen, ca. fünf Gramm Mikroplastik in unseren Organismus. Dies entspricht etwa der Menge einer Kreditkarte. Es ist technisch nahezu unmöglich die kleinen Teilchen wieder aus der Umwelt zu entfernen. Es ist entsprechend wichtig, dass Kunststoffmüll gar nicht erst in die Natur oder die Meere gelangt. Besonders im Meer kann Plastik verheerend sein. Jedes Jahr landen bis zu 13 Millionen Tonnen Plastik im Meer! Je nach Produkt kann es, wie die Grafik unten zeigt, Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte dauern, bis sich das Plastik im Meer vollständig zersetzt hat. Durch die kontinuierliche Bewegung des Wassers werden zudem ständig Kleinstpartikel abgerieben, die dann als Mikroplastik im Meer treiben. Dabei werden sie entweder von Meereslebewesen aufgenommen oder setzen sich nach langer Zeit am Meeresboden ab. Über die Lebewesen kann das Mikroplastik aber auch wieder in die menschliche Nahrungskette gelangen, z.B. über den Verzehr von Fisch, Schalentieren oder Meeresfrüchten.

Zersetzung Abfall im Meer

Welchen Weg nimmt mein Verpackungsabfall?

Die Verpackungsabfälle aus dem Gelben Sack/der Gelben Tonne werden in Sortieranlagen nach Kunststoff und Metall getrennt. Im Anschluss erfolgt die Trennung nach den einzelnen Kunststoff- und Metallsorten, bevor die Wertstoffe wiederverwertet werden. Aus Kunststoffen wird beispielsweise ein Granulat, das bei der Herstellung neuer Produkte eingesetzt wird. Beispielhaft «Der Weg meines Joghurtsbechers«.


Die häufigsten Fragen und Antworten zum Verpackungsabfall

Was wird in der GelbenTonne / dem Gelben Sack gesammelt?

Gesammelt werden ausschließlich gebrauchte Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoffen (z.B. TetraPak), d.h. die nicht aus Papier, Karton oder Glas bestehen.

Müssen Verpackungen voneinander getrennt werden?

Wichtig ist es, die verschiedenen Verpackungsbestandteile voneinander zu trennen. Der Deckel und – wenn vorhanden – auch die Papierummantelung beim Joghurtbecher soll vor dem Einwurf komplett abgetrennt und gesondert entsorgt werden: Aluminiumdeckel und Kunststoffbecher in den Gelben Sack oder in die Gelbe Tonne, Ummantelung in die Papiertonne. Das gilt auch für andere Verpackungskombinationen wie z.B. Metalldosen mit Kunststoffdeckel. Nur so kann die Sortieranlage sicherstellen, dass die Materialien getrennt dem Recycling bereitgestellt werden.

Muss der Grüne Punkt auf der Verpackung sein?

Nein, eine Kennzeichnungspflicht der Verpackungen mit dem Grünen Punkt besteht in Deutschland nicht. Der Grüne Punkt ist lediglich das Markenzeichen eines der insgesamt neun dualen Systeme, die sich in Deutschland um die Erfassung, Sortierung und Verwertung von Verpackungen kümmern. Auch ohne Grünen Punkt gehören Dosen, Tetra-Paks und Co in den Gelben Sack oder in die Gelbe Tonne, damit sie recycelt werden können.

Müssen Verpackungen gesäubert werden?

Es reicht die Verpackungen restentleert („löffelrein“) einzuwerfen. Ein Ausspülen ist nicht notwendig. Die Faustregel heißt: Reste raus. Am besten also aufessen oder austrinken. Und falls auch umfüllen nicht hilft: Flüssigkeiten weggießen und Lebensmittelreste in den Bioabfall.

Was passiert mit dem Verpackungsmüll?

Dosen, Plastikbecher und -flaschen, sowie andere Leichtverpackungen machen sich im Sammelfahrzeug auf den Weg in die Sortieranlage. Dort kommt modernste Technik zum Einsatz: Sackaufreißer, Trommelsiebe, Infrarot-Scanner und Wirbelstromscheider trennen die Verpackungen nach Material und sortieren sie. Der Kunststoff wird auch nach Kunststoffarten getrennt. Das ist wichtig fürs Recycling, denn nur so können die gewonnenen Wertstoffe aus dem Gelben Sack oder der Gelben Tonne wieder zu neuen Produkten mit hoher Qualität werden. Recycelte Kunststoffe dienen dann als neue Verpackung, etwa für Reinigungsmittel und Haushaltsprodukte, oder für die Herstellung von Fleecejacken – oder sie werden zu Bodenbelägen oder Rohren für den Gartenbau oder das Bauhandwerk verarbeitet. Bei einem Teil der Kunststoffabfälle reicht die Qualität fürs Recycling nicht aus. Deswegen werden diese energetisch genutzt – etwa als Brennstoff in Zementwerken. Damit wird fossiler Brennstoff wie Öl oder Kohle ersetzt – auch das ist ökologisch wertvoll.

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