Grundsätze einer modernen Deponieführung
Deponien sind hochkomplexe, anspruchsvolle Bauwerke. Sie werden systematisch geplant, fachgerecht gesichert und stehen ständig unter Aufsicht. In unsere Zentraldeponie Leppe, auf einer Fläche von 45 ha und einem Volumen von 10 Mio. Kubikmetern, bauen wir seit den 80er Jahren Abfall ein. Unsere Deponietechnik sorgt dafür, dass die Umwelt langfristig von schädlichen Wirkungen verschont bleibt.
Die Baugruppe dichtet den Müllkörper mit einer Kunststoffdichtungsbahn ab
Maßnahmen zu Deponienachsorge
Ab 2005 darf, gesetzlich vorgeschrieben, neben Boden und Bauschutt nur vorbehandeltes Material wie Rostasche in die Zentraldeponie Leppe eingelagert werden - kein unbehandelter Hausmüll. Damit endet die Ära des organikhaltigen Restmülls. Für uns beginnt die Zeit der intensiven Nachsorge dieser alten Deponieabschnitte. Etwa 30 Jahre lang werden sie weiter bewirtschaftet. In der kommunalen Trägerschaft sind sie gut aufgehoben. Wir kennen die Deponie. Wir wohnen und arbeiten in der Region. Diese Nähe schärft den nötigen Weitblick, um die Lebensqualität langfristig zu sichern.
Abfallberater informieren über den neusten Stand der Deponietechnik
Seit 1982 erhält jede Lieferung, die die Deponiegrenze passiert, einen Wiegeschein. Auf dem ist Art und Herkunft des Abfalls registriert. So können wir Vorfälle auf der Deponie nötigenfalls nachvollziehen.
Durch den Probenahmeschacht wird das Deponiesickerwasser regelmäßig kontrolliert
Wir sichern die Deponie
Die Zentraldeponie Leppe ist als Hangdeponie angelegt. Bevor sie ihre endgültige Oberflächenabdichtung erhält, müssen die Hauptsetzungen abgeklungen sein. Das nimmt mehrer Jahre in Anspruch. In dieser Zeit werden die Hangflächen übergangsweise mit einer Zwischenabdeckung versehen und begrünt. Das schützt sie vor Erosion und bewirkt, dass das Niederschlagswasser gleichmäßig aufgenommen wird.
Baumaschinen bringen die Drainageschicht auf
Oberboden im Deponieabschnitt
Die Zwischenabdeckung wird seit dem Jahr 2002 abschnittweise durch eine mehrschichtige Oberflächenabdichtung, bestehend aus Tonerde, Schotter und kulturfähigem Bodenmaterial, ersetzt.
Zunächst wird die Zwischenabdeckung vom Bewuchs befreit und abgeschoben. Spezialisierte Bauunternehmen bringen die Tonerde über der planierten Fläche auf und walzen diese zu einer wasserundurchlässigen, festen Dichtungsschicht. Darauf verteilen Planierraupen den Schotter, der als wasserdurchlässige Drainageschicht das Regenwasser über der Dichtungsschicht ableitet. Abschließend erhält die Deponieoberfläche eine 1 Meter starke Schicht aus kulturfähigem Bodenmaterial als Basis für die Begrünung. Beim Bepflanzen wird darauf geachtet, dass die Niederschlagsmengen vom Boden und Bewuchs gleichmäßig aufgenommen werden.
Deponie im Landschaftsbild
Deponie im Landschaftsbild
Rückstellungen für die Zukunftssicherung
Seit die Deponie existiert, kalkuliert der BAV Rückstellungen für die spätere Nachsorge ein. Bei der ersten Planung rechnete man mit einem Betrag von 20 Cent pro Kubikmeter. Heute veranschlagen wir umgerechnet 2000 Cent. Das heißt, wir benötigen etwa das Hundertfache, um eine ausreichende Nachsorge bei den gegenwärtigen Umweltstandards zu gewährleisten.