Dose, Flasche und Karton im Umweltvergleich.
Immer wird wieder behauptet, Einweg-Getränkeverpackungen würden die Umwelt nicht stärker belasten als Mehrweg-verpackungen. Was also ist besser für die Umwelt: Mehrweg oder Einweg, die Flasche, der Getränkekarton oder die Dose? Das Umweltbundesamt ist diesen Fragen nachgegangen und hat für die verschiedenen Getränkeverpackungen von Forschern unterschiedlicher Institute so genannte Ökobilanzen erstellen lassen.
Was ist eine Ökobilanz?
Eine Ökobilanz ist das Umweltprotokoll eines Produktes – zum Beispiel von Getränkeverpackungen. Von der Herstellung über die Nutzung bis zur Entsorgung werden die Umweltauswirkungen erfasst. Gefragt wird zum Beispiel:
- Wie viel Energie wird für die Herstellung benötigt?
- Wie viele Rohstoffe werden dafür verbraucht?
- Welche Umweltbelastungen verursachen die vielfältigen Transporte?
Untersucht werden auch die Umwelteffekte der Vorprodukte, die in das Produkt einfließen. Bei der Entsorgung werden die Verwertung von Reststoffen (Recycling) ebenso berücksichtigt wie die Umweltbelastung durch die Ablagerung der Abfälle auf Deponien oder ihre Verbrennung.
Das „A und O“ einer Ökobilanz: Sie muss transparent und damit nachvollziehbar sein.
Ökobilanzen erlauben einen ungetrübten Blick auf die von Produkten ausgehenden Umweltbelastungen. Und sie ermöglichen, unterschiedliche Produkte bezüglich ihrer Umweltauswirkungen miteinander zu vergleichen und zu bewerten.
Getränkeverpackungen auf dem Prüfstand
Untersucht wurden: die Verpackungen für Säfte, Limonaden, Mineralwasser und Wein. Hier wurden die Einwegflasche aus Glas und dem Kunststoff PET, die Mehrwegflasche aus Glas und PET, die Dose und der Karton genau unter die Lupe genommen.
Die Ergebnisse der Ökobilanz:
Mehrwegflaschen - ganz gleich, ob es Kunststoff- oder Glasflaschen sind - haben gegenüber den Einwegdosen und Einwegflaschen deutliche Umwelt-Vorteile. Sie verbrauchen auf ihrem Lebensweg weniger Rohstoffe und Energie und tragen weniger zum Treibhauseffekt bei. Und dies gilt, obwohl Einweg-Getränkeverpackungen in den vergangenen Jahren umweltverträglicher geworden sind. Die Getränkekartons haben keine entscheidenden Umwelt-Nachteile gegenüber Mehrwegverpackungen. Das liegt offenbar auch am hohen Stand des Recyclings für Getränkekartons. Die Ökobilanzen haben auch gezeigt, dass beide Verpackungssysteme noch umweltverträglicher werden können - Mehrweg und Einweg.
Unsere Tipps für den Getränkeeinkauf:
- Wählen Sie den Mehrweg: Denn mit Mehrweg sind Sie aus Umweltsicht immer auf der sicheren Seite.
Gleichgültig ob Sie zur Kunststoff- oder zur Glasflasche greifen. Beide schneiden in der Ökobilanz gleich gut ab und sind besser als Dosen oder Einweg-Flaschen. Ausnahme: der Getränkekarton. Er hat gegenüber Mehrweg keine erheblichen Nachteile - vorausgesetzt, er wird wiederverwertet (Recycling).
- Lassen sie Dosen und Einwegflaschen aus Glas stehen, denn die sind in der Ökobilanz die Schlusslichter.
Sollten Sie trotzdem zu Getränken in Einwegverpackungen greifen -manchmal hat man ja keine Alternative -, dann beachten Sie bitte: Bepfandete Einwegverpackungen gehören zurück zum Handel und alle anderen Einwegverpackungen in die Rücknahme- und Verwertungssysteme (Recycling)! Auf keinen Fall gehören Verpackungsabfälle in die Landschaft.
- Und denken Sie daran:
Weniger Transporte bedeuten weniger Verkehr und damit weniger Belastungen für die Umwelt.
Weitere Informationen finden Sie unter
www.umweltbundesamt.de