Abfall gehört nicht zwangsläufig in die Mülltonne: Wer seinem Garten und der Umwelt etwas Gutes tun will, kompostiert. Die Wahl des "richtigen" Kompostiersystems ist nicht leicht. Schnellkomposter versprechen viel: einfach zu handhaben, sauber, unauffällig und schnell sollen sie sein.
Abfall einfüllen, fertige Erde entnehmen. Was einfach klingt, wird bei manchem Komposter zum Problem. Während das "Beladen" bei den meisten Anlagen anstandslos klappt, sind die Entnahme-Öffnungen oft zu klein.
Schnellkomposter kosten zwischen 50 und 500 Euro. Aufwändige Zusatzeinrichtungen sind teuer und bringen nicht den gewünschten Erfolg. Rührwerke sollen den Kompost durchlüften, gekurbelt wird von Hand. Doch vor allem bei nassem Kompost geht das Kurbeln sehr schwer. Ohne Wasser trocknet der Kompost dagegen schnell aus und das bekommt den Mikroorganismen schlecht.
Gekochte Essensreste und Kleintierstreu locken Nagetiere und Vögel an. Schnellkomposter bieten einen gewissen Schutz gegen Knabberattacken. Grundsätzlich sollten solche Abfälle nur in komplett geschlossenen Kompostern landen.
Viele Gartenfreunde machen allerdings auch gute Erfahrungen mit Schnellkompostern, hier heißt es: selber ausprobieren, welches System am besten zu Ihnen und Ihrem Garten passt.
Adressen:
Al-Ko
Postfach 15 13
89305 Günzburg
Tel. 0 82 21/20 30
Fax 0 82 21/20 31 65
www.al-ko.de
Atika-Maschinenfabrik
Schinkelstr. 97
59227 Ahlen
Tel. 0 23 82/89 20
Fax 0 23 82/8 18 12
www.atika.de
Garantia
Otto Graf
Carl-Zeiss-Str. 2-6
79331 Teningen
Tel. 0 76 41/58 90
Fax 0 76 41/5 89 50
www.graf-online.de
Gardol
Bahag Bauhaus
Postfach 10 05 61
68005 Mannheim
Tel. 06 21/3 90 50
Fax 06 21/37 32 90
www.bauhaus-ag.de
Gloria-Werke
H. Schulte-Frankenfeld
Postfach 11 60
59321 Wadersloh
Tel. 0 25 23/7 70
Fax 0 25 23/7 71 20
www.gloria.de
Juwel
H. Wüster
Postfach 14 62
82454 Garmisch-Partenkirchen
Tel. 0 88 21/7 67 26
Fax 0 88 21/7 85 45
www.juwel.com
Neudorff
Postfach 12 09
31857 Emmerthal
Tel. 0 51 55/62 40
Fax 0 51 55/60 10
www.neudorff.de
Praktiker
Bau- und Heimwerkermärkte
Am Tannenwald 2
66459 Kirkel
Tel. 0 68 49/95 00
Fax 0 68 49/95 22 85
www.praktiker.de
Remaplan
Postfach 13 65
82003 Unterhaching
Tel. 0 89/6 15 21 90
Fax 0 89/61 52 19 19
www.remaplan.de
Kompostiersysteme
In kleinen Gärten empfiehlt es sich in einem Behälter zu kompostieren. Hier bieten sich Schnellkomposter (siehe
Kompostierung I) oder Latten- bzw. Gitterkomposter aus Holz oder Metall an.
In großen Gärten fallen meist so viele organische Abfälle an, dass die Menge für einen offenen Kompost (Kompostmiete), der die Wärme halten kann, ausreicht.
Sinnvoll ist oft eine Kombination verschiedener Systeme.
Was kann kompostiert werden?
- Aus dem Haushalt:Kartoffel- und Eierschalen, rohe Obst- und Gemüsereste, Kaffeefilter und Teebeutel, Schnittblumen, Zimmerpflanzen
- Aus dem Garten:Zweige, Reisig, Heckenschnitt, Stroh, Gras, Laub, Pflanzenreste
Neuanlage
Egal, wie Sie kompostieren wollen, der Kompost liebt einen Platz im Halbschatten, z.B. unter einem Baum, der ihn vor extremer Witterung wie Dauerregen oder ständiger Sonneneinstrahlung schützt.
Der Kompost sollte auf naturbelassenem Gartenboden angelegt werden, damit Bodenlebewesen in den Kompost einwandern können. Am besten lockern Sie den Boden etwas auf.
Die erste Schicht des Kompostes dient der Luftzufuhr und soll einen Wasserabfluss ermöglichen.
Strukturreiches Material, wie Reisig, Strauch- und Baumschnitt schichten Sie ca. 15 - 20 cm hoch auf. Auf dieser Unterlage wird der Kompost aufgebaut. Damit das verrottende Material ausreichend warm wird, ist eine gewisse Abfallmenge notwendig. Sie sollten daher vor dem ersten Anlegen des Kompostes die Abfälle eines Monats sammeln.
Um die Kompostierung schnell in Gang zu setzen, hilft eine Schicht aus fertigem Kompost (vielleicht vom Nachbarn) oder Gartenerde, die untergemischt wird.
Auf die Mischung kommt es an
Je vielfältiger das Ausgangsmaterial, desto schneller verläuft die Rotte, desto besser ist der fertige Kompost.
Feuchtes Material sollte auf trockenes folgen, strukturreiches auf strukturarmes.
Strukturreich sind
Baum- und Heckenschnitt, Staudenreste, Sägespäne, Nussschalen
Strukturarm sind
Rasenschnitt, Laub, Obst- und Gemüsereste, Kaffee- und Teereste.
Die Feuchtigkeit des Kompostes können Sie durch gießen oder abdecken beeinflussen
Abschluss des Kompostes
Nachdem der Komposthaufen 1 - 1,5 Meter Höhe erreicht hat wird er mit einer Erdschicht abgedeckt.
Praktischerweise geben Sie die jetzt anfallenden Abfälle auf eine neue Kompoststelle.
Umsetzen beschleunigt die Kompostierung
Zur guten Kompostierung benötigen die beteiligten Mikroorganismen, Regen- und Kompostwürmer und anderen Bodenlebewesen ein ausgewogenes Angebot an Luft und Wasser.
Durch Umschichten des Komposthaufens nach ca. 6 Monaten gelangt die innere Schicht nach außen, die untere nach oben.
Dem Kompost strömt wieder Luft zu, vernässte und ausgetrocknete Stellen mischen sich miteinander.
Kompost kann vielfältig als Naturdünger oder Bodenverbesserer für Gartenpflanzen, Rasen, Bäume und Sträucher, aber auch Balkonpflanzen eingesetzt werden.
Absieben des Kompostes
Nach ca. 12 Monaten können Sie den Kompost mit einem Wurfsieb absieben.
Der grobe Siebrückstand kann als Abdeckung frischer Abfälle verwendet werden.
Frischkompost - Reifekompost - Komposterde
Kompost wird je nach "Erntezeitpunkt" in verschiedene Reifegrade unterteilt.
Frischkompost
- ca. 6 Monate alter Kompost
- enthält viel grobe Teilchen
- hohe Düngerwirkung
Reifekompost
- 9 - 12 Monate alter Kompost
- duftet nach Walderde und hat eine krümelige Struktur
- langsam wirkender Dünger, der für alle Pflanzen verwendet werden kann
Komposterde
- Kompost, der älter als 12 Monate ist
- nur noch geringe Düngerwirkung, da Nährstoffe fest gebunden
- als Bodenverbesserer oder für empfindliche Pflanzen geeignet
Kompost sollten Sie oberflächlich in einer dünnen Schicht aufbringen und leicht einarbeiten. Kompost niemals untergraben!
Als Anzuchterde eignet sich reiner Kompost nicht, da er zu nährstoffreich ist. Zur Verwendung als Blumenerde muss Kompost mit Sand und/oder Gartenerde gemischt werden.
Bei anhaltendem Frost können die Mikroorganismen im Kompost nicht arbeiten. Daher findet keine Umsetzung statt und Sie sollten ausreichend trockenes Material wie z.B. Laub unter die feuchten Küchenabfälle mischen. Um die Kompostwürmer brauchen Sie sich nicht zu sorgen, diese ziehen sich in den frostfreien Boden zurück.
Die Komposterde wird am besten am Ende des Winters oder im zeitigen Frühjahr verteilt, ein Ausbringen im Spätherbst ist ebenfalls möglich. Frischer Kompost sollte nur oberflächlich und nicht zu tief in den Boden eingearbeitet werden. Gleichmäßiges Verteilen über den zuvor gelockerten Boden ist optimal. Durch die während des Jahres durchgeführten Kultur- und Pflegemaßnahmen, insbesondere durch das Lockern wird der Kompost mit dem Boden vermengt. Eine Schicht von 1-2 cm, bzw. 10-20 Liter pro m2 ist ausreichend für das ganze Jahr.
Je nach Anteil und Beschaffenheit der groben, verholzten Bestandteile kann er auch ungesiebt verwendet werden, z.B. bei Sträuchern, Rabatten, Rosen und Beerensträuchern.
Kein Nährstoffaustrag
Die wasserlöslichen Nährstoffe in einem sorgfältig hergestellten Kompost sind eher gering; sie sind in die Humussubstanzen und die Biomasse der Kompostorganismen
eingebunden. Wenn Sie also im Spätherbst, je nach Witterungsverlauf, etwa 2-3 Liter Kompost pro Quadratmeter ausbringen und dafür sorgen, dass der Boden begrünt, d.h. bewurzelt in den Winter geht (z. B. Gründüngungsmischungen), wird kein Nährstoff aus dem Boden ins Grundwasser ausgewaschen.
Kompost ist ja nicht in erster Linie ein Dünger, sondern Futter für das Bodenleben im Wurzelraum der Pflanzen.
Heizen mit Holz liegt voll im Trend. Es stell sich die Frage, ob Holzasche auf den Komposthaufen gegeben werden kann.
In der Holzasche ist unter anderem der Hauptnährstoff Kalium zu finden und auch ein relativ hoher Anteil an Phosphat und Kalk.
Kalium fördert vor allem die Wurzelbildung, die Widerstandskraft und die Kälteresistenz. Außerdem hat Kalium die Fähigkeit, vorhandene Nährstoffreserven im Boden zu mobilisieren.
Holzasche erhöht nicht nur den Nährstoffgehalt der Komposterde, sondern verbessert auch den Zersetzungsprozess im Komposthaufen.
Da die Holzasche stark alkalisch ist, darf sie allerdings nur in kleineren Mengen zum Kompost gegeben werden (max. 3%). Im Kompost kann jede Schicht von ca. 10 cm mit Holzasche überstäubt werden.
Bitte keine Asche von verbrannter Kohle zum Kompost geben, da darin viele Schadstoffe enthalten sind (zu hoher Schwefel- und Eisengehalt).