Altglas - ein wertvoller Rohstoff

Glas besteht aus Quarzsand (SiO2), Soda (Na2CO3), Kalk (CaCO3) und geringen Anteilen Dolomit, Feldspat und Pottasche. Da Glas zu 100 % wiederverwertbar ist, lassen sich durch das Recycling diese Primärrohstoffe sowie Energie einsparen. Altglas wird bereits seit 1972 gesammelt und wiederverwertet.

Glas ist nicht gleich Glas

Nur Behälterglas, also Flaschen oder Gläser für Marmelade o.ä. dürfen (nach Farben sortiert) in die Altglascontainer. Fensterglas, Kristallglas, Spiegelglas oder feuerfeste Gläser z.B. von Auflaufformen oder Thermoskannen-Einsätze dürfen keinesfalls in die Glascontainer gegeben werden, denn solche Gläser haben eine andere chemische Zusammensetzung und einen anderen Schmelzgrad. Außerdem sind sie häufig mit anderen Materialien verbunden. In kleinen Mengen können diese in die graue Hausmülltonne gegeben werden. Auch Keramik, Steingut und Porzellan hat in den Altglascontainern nichts zu suchen, da diese andere Schmelzverhalten haben. Solche Verunreinigungen im Altglas können dazu führen, dass die gesamte Charge unbrauchbar wird.

Auf Grund des technischen Prozesses können die Scherben nur strikt nach Farben sortiert wieder zu gleicher Qualität und Farbe verarbeitet werden. An den Standorten befinden sich dazu jeweils farblich gekennzeichnete Behälter für Weiß-, Grün- und Braunglas. Die Entsorgungsunternehmen benutzten zum Transport des Altglases zu den Glashütten sogenannte Drei-Kammer-Fahrzeuge, deren Ladefläche durch Zwischenwände in drei Bereiche aufgeteilt ist.

Wohin kommen blaue, rote oder sonstige andersfarbige Flaschen?

Solches Behälterglas gehört in den Container für Grünglas. Im Gegensatz zu Weiß- und Braunglas können bei Grünglas andersfarbige Scherben beigemischt werden, ohne dass die Qualität des neuen Glases leidet. Verantwortlich dafür ist die Chemie: Die grüne Färbung entsteht durch die sogenannte "Ionenfärbung" eines Chrom- und Eisenoxides. Diese allein ist in der Lage, andere Farben wie z.B. Blau, das durch Kobalt-, Kupfer- oder Nickel-Metallionen entsteht, zu überdecken.

Wohin mit den Deckeln?

Die meist aus Weißblech bestehenden Verschlüsse von Gläsern und Flaschen gehören in den gelben Sack / in die gelbe Tonne. Metalle werden zwar aus den Glasscherben nachträglich über Magnete aussortiert, aber dies kostet unnötige Energie.

Grundsätzlich sind Einweggläser und -flaschen gegenüber Mehrwegpfand-systemen keine sinnvolle Alternative, denn eine Pfandflasche /-glas kann im Durchschnitt ca. 30 bis 40 mal wiederbefüllt werden.