Abfallwirtschaft und Klimaschutz

Seit 1990 findet ein Umdenken in der Abfallwirtschaft statt – Siedlungsabfälle werden verstärkt getrennt erfasst und verwertet. Dieses bedeutet mehr Rohstoffschonung und verminderten Energieeinsatz. Mehr als die Hälfte des Hausmülls – vor allem Altpapier, Altglas, Verpackungs- und Bioabfall – geht jetzt in die Verwertung.

In der Behandlung und Verwertung von Abfällen liegen ungeahnte, riesige CO2-Einsparpotentiale. So spart die Wiederverwendung von Aluminium beispielsweise bis zu 95 Prozent an Energie und damit klimaschädlichem CO2, recyceltes Altglas 35 Prozent.

Im Zeitraum von 1990 bis 2003 hat die Abfallwirtschaft in Deutschland mit circa 45 Millionen Jahrestonnen CO2-Äquivalenten Emissionsminderung fast ein Fünftel zur in diesem Zeitraum erreichten Gesamtreduktion im Umfang von 230 Millionen Jahrestonnen CO2-Äquivalenten beigetragen. Emissionsminderungen in dieser Größenordnung werden in der deutschen Abfallwirtschaft in Zukunft nicht mehr möglich sein, da der Hauptanteil klimarelevanter Wirkungen auf die Methanemissionen aus Deponien zurückgeht.

Abfallwirtschaftliche Maßnahmen können jedoch auch in Zukunft entscheidende Beiträge zur Minimierung der CO2-Emissionen leisten - etwa durch verstärkte Maßnahmen zur Abfallvermeidung, mehr Fernwärmenutzung von Müllheizkraftwerken, Ausbau der Recyclingwirtschaft und verbesserter Materialnutzung in der Industrie.

Wissen ist der erste Schritt

Kleidung, Kino und Restaurantbesuche, das Brot vom Bäcker und die Milch vom Supermarkt, ein neues Buch und ein schickes Handy – die Liste der Dinge für die wir Geld ausgeben, lässt sich endlos verlängern. Hinter allem steckt eine riesige Menge Energie, die zur Herstellung, Bereitstellung und schließlich Entsorgung aufgewendet werden muss.

Abfallvermeidung ist ein Beitrag zum Klimaschutz

Den Waren oder Dienstleistungen sieht man oft nicht an, welcher energetische Aufwand dahintersteht. Jährlich verursacht jeder Einwohner Deutschlands allein durch seinen Konsum durchschnittlich über 4 Tonnen CO2. Hinzu kommen noch die Emissionen für Heizung, Strom und Mobilität.

CO2 Emissionen pro Kopf und Jahr für verschiedene Bereiche

Ernährung: 1.500 Kilogramm
Dienstleistungen: 1.400 Kilogramm
Kleidung: 200 Kilogramm
Möbel, Spielwaren: 85 Kilogramm

Ernährung

Die Klimabilanz einzelner Lebensmittelgruppen unterscheidet sich erheblich. In den Bilanzen für die verschiedenen Produkte sind alle wesentlichen Treibhausgase berücksichtigt, die entstehen, bis die Waren im Geschäft gekauft werden können: vom Diesel der Traktoren, Düngung, Tierfutter bis zu Verpackung, Lagerung und Transport.

Produkt CO2 in kg pro kg Lebensmittel

Butter: 23,8
Rindfleisch: 13,3
Käse: 8,5
Kartoffelfertiggericht: 3,75
Geflügel: 3,5
Schweinefleisch: 3,25
Eier: 1,95
Quark: 1,95
Zucker: 1,5
Margarine: 1,35
Pizza tiefgekühlt: 1,25
Milch: 0,95
Mischbrot: 0,75
Äpfel: 0,55
Kartoffeln frisch: 0,2
Gemüse frisch: 0,15


Verpackungen

Der Einfluss der Verpackung von Lebensmitteln auf ihre Klimabilanz wird oft überschätzt. Bei Fleisch- und Milchprodukten ist der Anteil äußerst gering. Selbst bei Gemüse mit seinen geringen Emissionswerten für die Herstellung trägt die Verpackung nur zu einem kleinen Teil zu den Gesamtemissionen bei. Eine Ausnahme sind die Glaskonserven: Sie fallen im wahrsten Sinne des Wortes mehr ins Gewicht.

Bei frischem Gemüse / CO2-Anteil für Verpackung in g pro kg Lebensmittel
Papiertüte / 10 / 7%
Kunststoffschale / 25 / 17%
Bei Gemüsekonserven
Weißblechdose / 105 / 21%
Einwegglas / 190 / 38%
Bei tiefgekühltem Gemüse
Kunststofffolie / 60 / 15%

Klimabilanz von Getränkeverpackungen

Einwegverpackungen / CO2 in g pro Liter Getränk
1,5 Liter PET-Flasche / 82
0,5 Liter PET-Flasche / 198
1 Liter Leichtglasflasche / 230
0,5 Liter Alu-Dose / 211
0,5 Liter Weißblechdose - 365

Mehrwegverpackung
1 Liter Leichtglasflasche / 56
0,5 Liter PET-Flasche / 105

Kleidung

Die meisten Kleidungsstücke werden im Ausland produziert. Roh- und Vorprodukte reisen oft Tausende Kilometer um den Globus. Besonders groß sind die Umweltschäden durch den Anbau von Baumwolle wegen des Enormen Wasserverbrauchs sowie des Einsatzes von Pestiziden. Besser schneidet Baumwolle aus ökologischen Anbau ab.

Baumwolle aus USA, hergestellt in China - 7.050 CO2 in g pro T-Shirt
Öko-Baumwolle aus Peru, hergestellt in Polen - 1.150 CO2 in g pro T-Shirt

Papier

In allen Umweltschutzaspekten ist Recyclingpapier besser als Frischfaserpapier.

Umweltschutzpapier - 390 CO2 in g pro kg Papier
Papier weiß, chlorgebleicht - 1600 CO2 in g pro kg Papier

CO2-Diät

Folgende Vorschläge dienen als Anregung, wodurch Sie CO2 vermeiden können.

8 Päckchen weniger Butter (a 250 g) - 48 kg

10 kg weniger Tomaten außerhalb der Saison - 32 kg

8 kg Rindfleisch weniger -106 kg

Ein Jahr täglich 1 Liter Milch und 1 Ei aus Bio-Herstellung - 27 kg

10 T-Shirts aus ökologischer Baumwolle -118 kg

10 Pakete Druckerpapier aus Recyclingpapier - 15 kg